Der Betriebsrat der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen  erklärt zum bevorstehenden Bürgerentscheid:

 

Mitspracherecht nutzen, Ausverkauf verhindern, sagen Sie „Ja“ gegen den Verkauf!

 

Am 28.Sept.03 haben wir alle als Bürger die Möglichkeit über den Verkauf der Kanäle und die Abspaltung des entsprechenden Betriebsteiles der WBO zu entscheiden.

 

Sie kennen doch die WBO?

 

Wir sind die, die bei Wind und Wetter Müll und Dreck wegmachen, die städtischen Bäder betreiben, die städtischen Gebäude putzen, Straßen und Kanäle bauen und unterhalten, jeden Quadratmeter öffentliche Grünfläche, jeden Straßenbaum, jeden Park, jeden Wald und auch jeden städtischen Friedhof hegen und pflegen. Besonders stolz sind wir auf unseren kleinen Zoo!

 

Den Job machen wir so gut, dass aus einem ursprünglichen operativen Verlust von knapp neun Mio€ (1996) ein Gewinn von gut zwei Mio€ (2002) geworden ist. Jetzt soll der Betriebsteil Kanäle herausgelöst und verkauft werden.

 

„Die Beschäftigten der WBO haben nichts zu befürchten“, sagt man uns. Auch die Beschäftigten von Babcock hatten nie etwas zu befürchten, wenn dazugekauft, verkauft und umstrukturiert wurde. Die Mannesmänner hatten beim Kauf durch Vodaphone nichts zu befürchten. Bei ihnen muß nur eingespart werden, was beim Vorstand für Abfindungen verbraten wurde. Wenn man dem Zeitgeist glaubt, sind Arbeitnehmer mit ihren ausufernden Rechten und Privilegien schuld an der Wirtschaftsflaute. Beurteilen Sie selbst, ob das stimmt.

 

Die Wirtschaftsbetriebe Oberhausen sind gut aufgestellt, daran haben die Arbeitnehmer mitgewirkt. Wir beobachten seit der Kanalverkauf beschlossen wurde, dass sich die betriebliche Wirklichkeit verschlechtert. Einem hohen Kaufpreis stehen Erwartungen eines Käufers auf entsprechende Erträge gegenüber. Bei festgeschriebenen Erlösen können sich Erträge nur aus weiteren Einsparungen bei Personalkosten entwickeln.

 

Wir sind wütend, weil mit der Abspaltung eines Betriebsteiles erneut ein Versprechen an uns gebrochen wird. Als Betriebsrat haben wir uns auf die Fahnen geschrieben: „Für die Stadt und für die Bürger“. Seit 1995 sind bei WBO 350 Arbeitsplätze (das sind 28%) bei mindestens gleichen Leistungen weggefallen. Der Betriebsrat hat die enormen Leistungsverdichtungen mitgetragen und den Kolleginnen und Kollegen vermittelt. Jetzt werden wir zum Dank gespalten und verkauft. Haben wir das verdient?

 

Auch darüber können Sie am 28.09.03 mitentscheiden.